UWE NOLTE „Einsamkeit“
Neues Lied aus der NolteX-Kunstschmiede mit einer Hommage an Friedrich Hölderlin.
Neues Lied aus der NolteX-Kunstschmiede mit einer Hommage an Friedrich Hölderlin.
KEIN STUNDENWERK IST LEER,
Wenn du zum Himmel schaust,
Wenn du dein Haus am Meer
Aus deinen Träumen baust.
Kein Tag ist ganz verschenkt,
Wenn du dir selbst vergibst,
Wenn sich dein Sehnen lenkt
Zu jenen, die du liebst.
Kein Leben ist vertan,
Wenn du nur erst erkennst,
Daß du auf einer Bahn
Aus vielen Leben brennst…
TEXT/GESANG/VIDEO: Uwe Nolte
MUSIK/PRODUKTION: Jan Grünfeld
KLAGE
Sie liegen auf den Straßen,
Zermartert ohne Zweck,
Besiegt vom irren Rasen,
In Blut und Gossendreck.
Sie starren in die Leere
Von Hektik, Wahn und Lärm,
Aus ihres Schmerzes Schwere
Quillt schreiendes Gedärm.
Sie lagern manche Wochen,
Beäugt von Apathie,
Kein Grab deckt ihre Knochen,
Kein Segen rettet sie.
Sie trugen Pelz und Federn,
Verwesung macht sie nackt,
Zu Mumien, fast schon ledern,
Umbrüllt von Motor-Takt.
Sie kamen von den Wiesen,
Aus Waldes holdem Hort
Und ihre Liebsten ließen
Sie dort, für immer dort.
Sie sind die größten Heere
Der Schuld, im Rad der Zeit,
Geopfert für die Ehre
Des Fortschritts, ungeweiht.
Sie schlafen, haben ihre
Gestalt in Nacht verkrallt –
Die vielen toten Tiere,
Verirrt auf dem Asphalt.
TEXT/GESANG/VIDEO: Uwe Nolte
MUSIK/PRODUKTION: Jan Grünfeld
IMMER BEREIT
Dein “Ich” wurde geboren
Vor deinem ersten Schrei,
Die Kraft hat dich erkoren,
Seit jeher warst du frei.
Im Kosmos deiner Gene
Betratest du die Zeit,
Du trugst schon alle Pläne
In dir – du warst bereit.
Du lauschtest Tier und Wolke,
Du wurdest Pionier,
Marschiertest fern vom Volke
In eigenem Spalier.
Den Traum hast du getragen
Im Sturm, vom Trug entzweit,
Durch Mühe und Entsagen
Zum Licht – Du warst bereit.
Auf jeder Barrikade
Warst du willkommen bald,
Doch führten deine Pfade
Dich stets zurück zum Wald.
Die Runen zu dir fanden,
Magie hat dich geweiht,
Verrat und Fesseln banden
Dich nie – du warst bereit.
Zwar bist du Wolf geworden,
Oft einsam auf der Wacht,
Doch mit den grauen Horden
Heulst niemals du zur Nacht.
Mit Blut hast du geschrieben
Ins Buch der Ewigkeit
Dein Wort, dir ist verblieben
Dein “Ich” – Du bist bereit.
Bereit, bereit zu gehen
Zu letztem Waffengang
Bist du, du willst verwehen
Mit donnerndem Gesang.
Dich ruft des Schwertes Schimmer
Zur Walstatt, dir geweiht,
Bereit bist du für immer –
Bereit, bereit, bereit!
SIEG ODER WALHALL
Du fochtest viele Kriege,
Bliebst Weizen unter Spreu,
Dein Lorbeer war oft blutig,
Doch du bliebst immer treu:
Treu deinem Weg und Genen,
Treu deinem hohen Ziel ,
Treu deinem Sternenvater,
Der hing an Yggdrasil.
Er kommt zu dir im Dunkel,
Wenn Hoffnung dich vergißt,
Wenn deiner Herkunft Leuchten
Die Finsternis zerfrißt:
In seines Auges hellem
Verflammenden Kristall
Liest du die e i n e Wahrheit –
Sieg oder Walhall.
Du schreitest über Scherben
Vorwärts, vorwärts zum Licht,
Die Schatten stets im Rücken,
Die Sonne im Gesicht.
In Ragnaröks Verzweiflung
Trotzt stolz du dem Verfall,
Du folgst dem Pfad der Runen:
Sieg oder Walhall.
Du zählst nicht deine Narben,
Spürst deine Schmerzen kaum
Und niemand kann dich halten,
Denn du folgst deinem Traum!
Du glaubst an Sturm und Adler,
An Schwertes schönen Schall,
Du siehst in Wolken blitzen:
Sieg oder Walhall.
Die Heimat ist verloren,
Der Lüge Pest zog ein,
Dein Volk tanzt auf den Gräbern
Der Ahnen mit Freund Hein,
Doch du sagst „Ja“ zum Leben,
Zerstampfst des Zweifels Wall,
Dein Herz gehört dem Himmel:
Sieg oder Walhall.
Einst wird die Stunde kommen,
Dann ruft die große Schlacht,
Dann stehst du mit den Göttern
Gemeinsam auf der Wacht,
Fällst du im Kugelhagel,
Weiht dich der Schüsse Knall,
Hauchst du mit letztem Atem:
Sieg oder Walhall…
UWE NOLTE (Text, Gesang & Video)
ANTI-CHRISTIAN (Komposition & Musik)
WALPURGISNACHT
In der Nacht vorm Wonnemond
Wachen auf die alten Geister,
Wolf und Rabe ungestüm,
Rufen ihren Herrn und Meister.
Blätter raunen, Windsbraut naht,
Taghell schimmern Feld und Wiesen,
Auf dem Blocksberg sammeln sich
Totgeglaubte Hagedisen.
Wieder hat das Leben Sinn
Und es lächelt unveraltet,
Energie aus Ahnenkraft
In des Harzes Wäldern waltet.
Runen funkeln überall,
Lachen tönt, die Becher kreisen,
Elfenvolk im Zwielicht tanzt,
Träume wieder sternwärts weisen.
Wotans Wilde Jagd,
Reitet über Wolkenmeere,
Zur Walpurgisnacht,
Schleudert Blitz und Donnerspeere.
Wotans Wilde Jagd
Kommt zurück aus hellen Tagen
Zur Walpurgisnacht,
Wie beschrieben in den Sagen.
Endlich gilt der Nornen Wort,
Das schon galt vor Ewigkeiten,
Irrlichtfeuer flammen auf
In den Tälern, Höhen, Weiten.
Aus dem Flaum vom Jünglingsbart,
Katzentritt und Eulenschwinge,
Fliegenpilz und Sleipnirs Schweiß
Schmieden Zwerge Hexenringe.
Wotans Wilde Jagd,
Von der Weiberschar besungen,
Zur Walpurgisnacht,
Kehrt heim aus Erinnerungen.
Wotans Wilde Jagd
Hetzt zur zwölften Stunde Beute
Zur Walpurgisnacht,
Mit entrückter Schattenmeute.
Humus wogt und Blattwerk formt
Melodie und Tempelhallen,
Lieder schallen, grimmig wild,
Finsternis zeigt ihre Krallen.
Hier gilt keines Menschen Wort,
Frevel schweigt, es fliehen Spötter
In der der Städte Einerlei,
Finden weder Heim, noch Götter.
Wotans Wilde Jagd,
Will des Zeitgeist jäh verwehen,
Zur Walpurgisnacht, Tote Krieger auferstehen.
Wotans Wilde Jagd
Haust in Stürmen überm Brocken,
Zur Walpurgisnacht,
Will zu letztem Tanze locken.
UWE NOLTE (Text, Gesang & Video)
ANTI-CHRISTIAN (Komposition & Musik)

Im Rahmen des ORPHISCHEN KREISES nahmen wir in Questenberg Abschied vom Dichter, Freund und Verleger UWE LAMMLA:
EINBERUFUNG
Seit ur-erster Stunde
Warst du Elixier,
Trugst blühende Wunde
Aus Heimweh in dir.
Du spürtest ihr Walten
Vom Scheitel zum Zeh:
Gesalbtes Gestalten
Der Großen Armee.
Und später, als Knabe,
Auf Pfaden, geheim,
Entdecktest als Habe
Du Versmaß und Reim,
Du tanztest auf Fluren
Von blutigem Klee
Und fandest die Spuren
Der Großen Armee.
Kaum hattest du Frieden,
Kein lindernder Sieg
War je dir beschieden,
Du lebtest im Krieg.
Nie küsste in Liebe
Dich Sanftmutes Fee,
Dich spornten stets Triebe
Der Großen Armee.
Du sahst der Kolonnen
Unendlichen Saum
Verschwiegene Wonnen
Seit frühestem Traum.
Du hörtest die Schritte
In Asche und Schnee,
Dein Herz schlug im Tritte
Der Großen Armee.
Im Atem der Toten,
Im raunenden Wind,
Im Hoffen, verlohten,
Im Lachen vom Kind,
Aus Abendrots Kehle,
Aus schäumender See,
Erklangen Befehle
Der Großen Armee.
Dein Geist konnte reichen
Arminius die Hand,
Mit Wüstenfuchs schleichen
Durch nächtliches Land,
Mit Jauchzen verbrennen
In Luthers Idee,
Sich Heerführer nennen
Der Großen Armee.
Weit bist du gegangen.
Vielleicht auch zu weit?
Du flohst, rauchverhangen,
Vom Antlitz der Zeit.
In Lenzmondes Schimmer
Sprachst du dein Adè
Und folgest für immer
Der Großen Armee.
Sturm wirst du beerben
Auf skaldischem Thron,
Dein Werden und Sterben
War Deutsche Passion.
Mit flammenden Haaren,
Geschieden vom Weh,
Blitzt du in Fanfaren
Der Großen Armee.
Uwe Nolte für Uwe Lammla
SEI EIN MANN!
Blut von tausend Kriegern
Fließt in dir, sei stolz,
Du zählst zu den Siegern,
Bist von gutem Holz.
Flamme deiner Ahnen
Schlacht um Schlacht gewann,
Frei sind deine Bahnen –
Sei ein Mann!
Du warst Landsknecht, Bauer,
Schmied, Herold, Poet,
Nichts von langer Dauer,
Tag für Tag verweht.
Aber du ziehst weiter,
Brichst der Zeiten Bann,
Ritterlich und heiter –
Sei ein Mann!
Feder, Schraubstock, Hammer,
Eichenlaub und Stahl –
Schöpfertum! nicht Jammer
Sind dein Arsenal,
Wenn auch deiner Träume
Hehres Ziel zerrann,
Suche neue Säume –
Sei ein Mann!
Deine Mutter ehre
Übers Grab hinaus,
Der Moderne Leere
Öffne nicht dein Haus.
Deiner Frau sei Stütze,
Geh mit ihr voran,
Deine Kinder schütze –
Sei ein Mann!
Wenn der Sterne Feuer
Ruft zum letzten Gang,
Lockt zu Abenteuer
Dich Walküren-Sang,
Sprich: „Mein Sohn, ich sterbe.“,
Schau ihn glücklich an,
Deinen Eid vererbe: „Sei ein Mann!“.
UWE NOLTE (Text, Gesang & Video)
ANTI-CHRISTIAN (Komposition & Musik) ________________________________________________________________________ INFORMATIONEN: http://noltex.de
ERWERB: https://shop.purity-through-fire.com/de/
FLÜSTERNDE WUNDE
Wir werden geboren,
Das Blut in uns schreit:
Du bist schon verloren
In flüsternder Wunde der Zeit.
Uns einsam wir winden,
Allein und zu zweit,
Für immer verschwinden
In flüsternder Wunde der Zeit.
Wir suchen den Frieden
Und finden zum Streit,
Nichts ist uns beschieden
In flüsternder Wunde der Zeit.
Die Engel wir nennen,
Im Leide gereiht,
Doch wir sie verbrennen
In flüsternder Wunde der Zeit.
Die Welt wir vermessen
Mit Zahl und mit Byte,
Von Liebe vergessen,
In flüsternder Wunde der Zeit.
Das Feuer wir schüren
Im Traum, Scheit um Scheit,
Doch wir uns nie spüren
In flüsternder Wunde der Zeit.
Wir leben und sterben,
Dem Wandel geweiht,
Und tanzen auf Scherben
In flüsternder Wunde der Zeit.
Wir stehen und fallen,
Fürs Nirgends bereit,
In stürzenden Hallen
In flüsternder Wunde der Zeit.
…für meine Wölfin
UWE NOLTE (Video, Text & Gesang)
JAN GRÜNFELD (Komposition, Musik & Produktion)
Neofolk!? Haben Sie jemals davon gehört? Mögen Sie das? Oder mögen Sie es nicht? Wie auch immer die Antwort ausfällt, sie verrät etwas über unser Verhältnis zur Geschichte – und zu Deutschland. Uwe Nolte, der eine Vergangenheit als brüllender Metal-Musiker hat, überrascht uns mit dem Bekenntnis, dass er durch die empfindsame Lyrik von Eichendorff und Schiller zum Neofolk gefunden hat und wie ihn die Wiederbelebung einer düsteren, romantischen Tradition nach Russland führte, wo er eine besonders heftige Liebe überstehen musste. Er erzählt von der beängstigenden Verfolgung, die er in Deutschland erlebt hat, und von der großen Verehrung im Ausland – sowie von den immer noch lebendigen Erinnerungen an den letzten Krieg und von der Angst vor einem neuen… Den Verweis zur Radio-Sendung finden Sie: HIER