„Wurde die Musik früher noch zumeist von Akustikgitarren getragen, gehen die Künstler nun einen Schritt weiter und verbinden Altbewährtes mit Coldwave-Elementen, um so die meist an Sprechgesang angelehnt vorgetragenen Texte atmosphärsch zu untermalen. Denn die Lyrik steht bei Orplid ganz deutlich im Vordergrund. So entfaltet sich die Wirkung des Albums wohl erst nach mehrmaligem Hören, da die beiden Künstler eine hoch anspruchsvolle Mischung aus Klangwelt und Sprache erzeugt haben, deren Bilder man Zeit geben muss, sich zu entfalten. Ein direktes Konzept erschließt sich auf den ersten Blick nicht, vielmehr stellt „Sterbender Satyr“ eine Zusammenstellung von lyrischen Texten dar. Klassische Dichtkunst paart sich auch auf diesem Album wieder mit typischen Texten Uwe Noltes, erneut individuell im hohen Stil.“ Ikonen-Magazin

„Wer Lyrik achtet und liebt, die von etwas beseelt ist und begeistern will, die antimodern und idealistisch ist, die vom Leben selbst mit all seinen Erfahrungen berauscht ist und die im Mythischen und Symbolischen heimisch ist, der wird Uwe Noltes Gedichte lieben.“ nonpop.de

„Wie die Beat-Poeten ist auch der „Barde“ Uwe Nolte ein Lebenskünstler und Autodidakt, der seinen geistigen Hintergrund nicht an der Universität, sondern sowohl im Selbststudium als auch „auf der Straße“ erworben hat: in seinen zuweilen grobschlächtigen Jobs und auch mit groben Fäusten, die der athletische Mann manches Mal zu benutzen wußte. Der kleine Kraftmensch im gestreiften Matrosenpulli, der eben noch von Abenteuern in Rußland berichtete und im nächsten Moment von einem Gedicht zu Tränen gerührt wird, paßt in keine Schublade. Wie seine romantischen Vorbilder ist er stets, geistig oder physisch, auf Reisen – bald auf ekstatischer Fahrt: „Flöte und Tabla und Zymbel bereiten / Rauschendes Fest um uns her –/ Frei und vermählt mit dem Herz der Gezeiten, / Stehen an schwankender Reling und gleiten / Wir übers tanzende Meer.“ Manchmal aber auch als „Müder Wanderer“, wie eines seiner bekanntesten Gedichte heißt, das mit den Versen endet: „Leise schließe meinen Kreis, / Sternenlos und mütterlich, / Nacht, die nichts vom Morgen weiß, / Komm, umarme mich.“ Bei aller Sehnsucht nach Heimat und Geborgenheit und allem Leiden an der ungeistigen Engstirnigkeit des heutigen Deutschland zeigt Uwe Nolte ansonsten glücklicherweise keine Anzeichen von Müdigkeit.“ Junge Freiheit

„Inwiefern ist Uwe Nolte ein Adler inmitten der kleinmütigen bundesrepublikanischen Literatur? Gewiß nicht mit hochtrabendem Getue oder einer Arroganz‚ wie sie eher bei den moralisierenden Gutmenschen anzutreffen ist. Das Kennzeichen des Adlers ist das Ruhen in sich selbst. Dem mag das unstete Wechseln des Lebensortes und auch des Metiers widersprechen‚ zuletzt auch die Flucht in die Berge. Aber man spürt es sofort‚ wenn die leisen‚ oft sehr behutsamen‚ aber immer wortgewaltigen Verse des Dichters erklingen. Sofort ist der faule Zauber gebannt‚ der Spruch des Angelus Silesius „Mensch werde wesentlich!“ scheint erfüllt.

„Plötzlich das Wetter sich wendet‚
Dunst steigt‚ wir schwanken – wieso
Unsere Pilgerfahrt endet:
Wo sind‚ Maria‚ wir‚ wo?“

Das Erlebnis dieser Strophe ist nicht ungewöhnlich für den Bergsteiger‚ es ist nicht ungewöhnlich für jeden Menschen‚ der authentisch in seiner Gefühlswelt ist. Daß es wie ein Blitzstrahl berührt‚ liegt an der virtuos gemeisterten Form. Man könnte allein über diese eine Strophe vielerlei zum Rhythmus und zum abgestuften Reim anmerken‚ aber der Leser spürt das Gelungene der Komposition sofort.“ Wilhelm Castun

„Der erhabene Greif auf dem Cover lädt Dich ein, dem „Falken-Eid“ zu folgen und entführt fortan auf sanften Schwingen in bildhafte Soundlandschaften voller Dramatik und Poesie, welche fesseln wie ein packendes Buch, faszinieren wie der Blick in ein detailliertes Gemälde und ergreifen wie der Soundtrack zu einem klassischen Monumentalfilm. „Greifenherz“ bietet die Musik für einen Film, welcher im Kopf eines jeden, der nur genug Phantasie hat, sich von Gesängen, Geheimnissen, Klagen und Träumen, von Anarchisten und Teufeln entführen zu lassen, einen anderen Verlauf nimmt. Dabei ist der Ausgang der Geschichten bei jedem neuen Durchlauf aufs Neue ungewiß. Fest steht zweifelsohne, daß Orplid hier ein komplettes Werk vorlegen, welches auf weiter Flur konkurrenzlos da steht.“ metalglory.de

„Allein in der Heransgehensweise an das Gesamtwerk zeigt sich, dass Orplid sich von der Masse abheben und ganz klare Vorstellungen haben, was das Ergebnis ihrer Arbeit am Ende kennzeichnen soll. Für Texter Uwe Nolte soll ein Text immer auch für sich allein stehen können und für sich einen Klang haben. Daß dies nicht nur eine Floskel ist, sondern wirklich ernst gemeint ist, merkt man dem Endergebnis an – so deutlich, dass es zunächst kaum auffällt, daß zwischen den eigenen Texten auch Texte bekannter Dichter auftauchen: Nahtlos fügt sich da die Vertonung von Gottfried Benns Auf deine Augen senk ich Schlummer in das lyrische Bild des Albums ein.“ alternativmusik. de

„Ungewöhnlich, mit einem englischen (!) Sample aus „Nervous Tension“ des britischen Projekts Lemon Jelly beginnt „Schlaf im Mohn“. Wie ein Traum erscheinen danach die mit dunkler Stimme vorgetragenen Gedanken eines sterbenden Soldaten, der vielleicht in Ypern oder an der Somme den Tod begrüßt. Eines der leiseren, aber vielleicht deshalb am nachhaltigsten beeindruckenden Lieder der Scheibe, welches im Folgenden einer unglaublichen Kälte weicht. Es ist die unwirtliche, von Eis bedeckte Insel aus dem Kosmos der norwegischen Black-Metal Band Immortal, welche in „Traum von Blashyrkh“ abermals von Sandra Fink besungen wird und die mit ihrer musikalisch umgesetzten Lebensfeindlichkeit einerseits exemplarisch für die Atmosphäre des gesamten Albums steht, andererseits ein Gegenstück zu Eduard Mörike’s paradiesischem Eiland Orplid darstellt, nach dem sich die Protagonisten benannten. Anders als es der Titel vermuten läßt, befaßt sich „Greifenherz“ also nicht mit Heldentum und Kampfeslust, sondern mit den tragischen Auswirkungen von Krieg und Gewalt, dargestellt in der gewohnt bildreichen Sprache Uwe Noltes. Dabei strahlt das Album, wie bereits gesagt, eine bisher nur selten bei Orplid zu findende Kälte aus, verursacht durch die überwiegend elektronischen Elemente, welche teilweise schon zum Industrial tendieren. Zur im Neofolk so beliebten akustischen Gitarre wird nur noch selten gegriffen, was der klanglichen Vielfalt merklich gut tut und die Rezensentin letztendlich zur Vergabe der Höchstnote veranlaßt.“ medienkonverter.de